Zur "Küssenden Sau" und "Schönen Lau"

Auf einen Blick

  • Start: Bahnhof Schelklingen
  • Ziel: Bahnhof Blaubeuren
  • mittel
  • 18,43 km
  • 6 Std.
  • 650 m
  • 706 m
  • 504 m
  • 80 / 100
  • 60 / 100

Beste Jahreszeit

Die aussichtsreiche Wanderung im Ur-Donautal führt von der Ruine Hohenschelklingen durch ein Felsenlabyrinth, zum Rusenschloss oberhalb von Blaubeuren und wieder hinab zum Blautopf. Durch Eduard Mörikes Sage von der „Schönen Lau“ ging er in die Literatur ein.

Die Burg Hohenschelklingen (erstmals erwähnt 1127) war einst der Stammsitz der Grafen von Berg-Schelklingen. 1633 wurde die beachtliche Anlage (130 m Länge, 60 m Breite) zerstört und anschließend abgerissen.

Von der Ruine Günzelburg (13. Jahrhundert) sind noch Mauerreste erhalten. Ihre Lage gewährt einen schönen Ausblick ins Achtal.

Im Felsenlabyrinth der Weilerhalde steht ein Felsentor mit der Naturbrücke „Küssende Sau".

Das Rusenschloss ist ein hervorragender Aussichtspunkt auf Blaubeuren und das Blautal.

Der Blautopf ist die schönste und nach dem Aachtopf die zweitgrößte Karstquelle Deutschlands. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über ca. 160 km². Aus dem 21 m tiefen trichterförmigen Quelltopf entspringt die Blau. Ihre Schüttung beträgt im Durchschnitt 2.270 Liter pro Sekunde, kann aber bis zu.32.000 l/s erreichen. Unter dem Blautopf wird das größte Karsthöhlensystem der Schwäbischen Alb vermutet.

Direkt am Blautopf sollte man auch die Historische Hammerschmiede sowie das ehemalige Benediktiner-Kloster mit spätgotischem Hochaltar und Chorgestühl besichtigen.

Allgemeine Informationen

Wegbeschreibung

Vom Bahnhof in Schelklingen gehen wir durch die Bahnhofstraße nach Norden und folgen dem Alb-Südrand-Weg (HW2) des Schwäbischen Albvereins (Markierung: rotes Dreieck). Weithin ist bereits das erste Ziel zu sehen: die Ruine Hohenschelklingen. Dann überqueren wir die Ach. Anstatt weiter geradeaus in die Schulstraße zu gehen, lohnt sich ein kurzer Abstecher zu schönen Fachwerkhäusern am Marktplatz. An der Stadtpfarrkirche St. Konrad vorbei, geht es zurück in die Schulstrasse, über die Blaubeurer Straße und geradeaus weiter in die Straße "Im Längental", wo der Aufstieg zur Burgruine Hohenschelklingen beginnt.

Die heutigen Mauerreste stammen überwiegend aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Gut erhalten ist der Bergfried. Durch die Lage auf einem Bergsporn bietet er jedoch keine Aussicht zur Schwäbischen Alb, dagegen in das Schelklinger Tal und seine Seitentäler. Nach Süden hin wird der Blick durch das große Zementwerk geprägt. Die wirtschaftliche Entwicklung von Schelklingen ist seit 100 Jahren durch die in der Umgebung abgebauten Kalksteine und Mergel geprägt. Diese bilden die Rohstoffgrundlage für die Zementproduktion und machten die Region zur „Wiege der deutschen Zementindustrie“.

Bei der Erkundungstour im Jahr 2009 konnte der schöne nicht markierte Pfad von der Ruine auf dem Grat hinauf zum Schlossberg und wieder hinunter ins Mutental noch begangen werden. Mittlerweile wurde der HW2 auf diesen Pfad verlegt. Nach der Abzweigung am Schlossberg sind die Markierungen allerdings spärlich und an der entscheidenden Stelle fehlen sie gänzlich. Wo sich nach ca. 800m links eine Lichtung mit Sperrband auftut, nicht geradeaus ins Unterholz gehen, sondern ca. 25m weiter und dann halb rechts auf einen schmalen Pfad ins Mutental abzweigen. Sind die Markierungen genauso zugewachsen wie der Pfad selbst hilft entweder eine Machete (mit Waffenschein) oder ein fast zwei Kilometer langer Umweg über die in der Karte eingezeichneten Wegkreuze.

Im Mutental angekommen, verläuft der HW2 zunächst auf dem Sträßchen durch das Längental zu den Aussiedlerhöfen von Oberschelklingen, in der Linkskurve wieder in den Wald und immer mit dem Blick auf die Höfe nach Norden bis zur Waldecke. Im Wald trifft er auf ein Sträßchen nach rechts. Gleich wieder links haltend, fällt der Pfad über die "Feuchte Halde" 120 m steil und nach Nässe rutschig abwärts ins Tiefental, dem wir ca. 300 m nach NW folgen. Der sich rechts anschließende Aufstieg von 150 Hm über die Betteltelle zur Bettelbuche kann vor allem im Sommer schweißtreibend sein. Auf der Hochfläche wandern wir weiter nach Osten zum Wachtfels und machen einen Abstecher zur Ruine Günzelburg, von der sich eine weite Aussicht ins Achtal bietet.

Auf weichen Waldwegen kommen wir hinunter zum Felsenlabyrinth der Weilerhalde mit einem Felstor und der Felsformation „Küssende Sau". Oberhalb davon liegt die Brillenhöhle, eine bis zu 6 m hohe Höhlenhalle mit ca. 17 m Durchmesser. In ihr wurden bedeutende Funde aus der jüngeren Altsteinzeit (vor 12000 - 29000 Jahren) gemacht. Zu ihrem weiteren Schutz ist sie durch ein Gitter verschlossen.

An Kletterfelsen vorbei, steigen wir sanft ab zum Bahnhof von Blaubeuren. Hier kann man die Wanderung abbrechen oder abkürzen, indem man den direkten Weg zum Blautopf nimmt (ca. 1,5 km).

Wir wollen weiter zum Rusenschloss. Vom Bahnhof aus gehen wir nach Osten bis zur Brücke der Bundesstraße und steigen auf der anderen Seite zum Achkanal hinunter (Markierung: rote Gabel). Er dient der Umleitung der Ach bei Hochwasser und mündet direkt in die Blau. Parallel zur Eisenbahn überqueren wir den Fluss auf dem 1904 vom Schwäbischen Albverein errichteten Rusensteg, der an den Fuß des Frauenbergs führt. Von hier geht es auf dem HW2 in Serpentinen steil hinauf zu den Ruinen des Rusenschlosses, das wir durch das Südtor mit Spitzbogen betreten (Stand: 2009).Das auch Hohengerhausen genannte Rusenschloss geht auf Graf Hartmann von Gerhausen zurück (1090 urkundlich erwähnt). . Im 13. Jh. bauten die Pfalzgrafen von Tübingen die Anlage weiter aus. Der Name Rusenschloss leitet sich vermutlich vom Forstknecht Ruoss ab, der hier um 1590 lebte. 1768 begann der Abbruch. Von der einst imposanten Anlage sind noch Reste des Torturms auf der Südseite, eines Kellers und des „Donjon" erhalten geblieben. Der Wohnturm ist ein hervorragender Aussichtspunkt auf Blaubeuren und das Blautal.

Über eine Holztreppe gelangen wir hinauf zum ehemaligen Wohnturm mit Aussichtsterrasse. Nach der Besichtigung verlassen wir die Burganlage durch das nördliche Burgtor auf einem breiten Forstweg, der parallel zur Straße nach Sonderbuch verläuft. An einer Wegkreuzung verlassen wir den HW2 und biegen mit der roten Gabel nach links in Richtung Sonderbuch ab.

Beim Kriegerdenkmal der Gemeinde lohnt ein kurzer Abstecher zu einem Aussichtsfelsen, bevor wir die Biegung der Kreisstraße erreichen. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es vor dem Haus links weiter zum Segelflugplatz und dort nach Westen durch den großen Grillplatz Landsitzle.

An der Waldecke angelangt, kann man mit der roten Gabel auf dem „Ascher Steig“ direkt zum Blautopf absteigen.

Alternativ folgt man der gelben Gabel weiter auf der Höhe zum Blaufels. Der Aussichtsfelsen oberhalb des Blautopfs bietet eine weite Sicht auf Blaubeuren und die Umgebung – der Blick auf den Blautopf ist jedoch durch Bäume versperrt. Eine Besteigung ist nur für Schwindelfreie zu empfehlen, da der Felsen ungesichert ist und steil abfällt.

In steilen Serpentinen gelangt man anschließend auch zum Blautopf hinunter.

Der direkte Weg zum Bahnhof führt von der Blautopfstraße durch die Klosterstraße und die Karlstraße. Zuvor machen wir noch einen kleinen Umweg in Richtung des Ruckenbergs über die Ulmer Strasse. Hier sehen wir links den markanten Metzgerfelsen mit der Tafel „Klötzle Blei“ zur bleibenden Erinnerung an Blaubeuren: "Glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei".

Sicherheitshinweise

Für diese Wanderung ist Trittsicherheit erforderlich.

1.6.2017: Die Burgruine Rusenschloss kann aufgrund von Sanierungsarbeiten vorauss. bis zum Jahr 2020 nicht betreten werden. Zudem gibt es Wegesperrungen

Ausrüstung

Feste Wanderschuhe. Die Mitnahme von Teleskopstöcken wird für die teils steilen Waldwege empfohlen, vor allem bei Nässe. Obwohl der HW2 ein Hauptwanderweg ist, sind die Wegmarkierungen an entscheidenden Stellen oft lückenhaft. Eine detaillierte Wanderkarte oder der GPX Track  auf dem Smartphone helfen dann weiter.

Tipp des Autors

Das sehenswerte Urgeschichtliche Museum in der Karlstrasse zeigt die aus der Eiszeit gemachten Funde der Region.

Anfahrt

Auf der B492 (Ehingen - Blauberuren) bis Bahnhofstraße in Schelklingen

Parken

Parkplätze am Bahnhof Schelklingen

Öffentliche Verkehrsmittel

Start am Bahnhof Schelklingen; Rückfahrt ab Bahnhof Blaubeuren; beide an der Strecke Neustadt (Schwarzwald) - Ulm

Literatur

Willi Siehler: Schwäbische Alb – Wanderungen auf dem Nordrand- und Südrand-Weg (HW 1 + 2). Theiss, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2203-6

Karten

WGB Wanderkarte Geislingen Blaubeuren, Maßstab 1:35 000, Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, Ausgabe 2009, ISBN 978-3-89021-741-3

Weitere Informationen

www.blaubeuren.de

 

Das Stuttgarter Hutzelmännlein" mit der "Historie von der schönen Lau" von Eduard Mörike bei Wikipedia

"Die Schöne Lau" in Kurzfassung

 

Dies ist keine offizielle Tourenbeschreibung des Wegebetreibers, vielmehr der rein private Wandervorschlag des Autors. Für die Aktualität der Informationen kann daher keine Gewähr übernommen werden.

Wegbelag

  • Asphalt (24%)
  • Pfad (46%)
  • Wanderweg (15%)
  • Schotter (13%)
  • Unbekannt (1%)

Wetter

Was möchten Sie als nächstes tun?
GPX herunterladen